was ein gerichtlich beeideter Sachverständiger leistet.

So werden neue Fußböden geprüft

Bevor ein neuer Boden verlegt wird, muss klar sein, wie rutschfest er ist. In Geschäften, Werkstätten, Großküchen, Hallenbädern und auf Außentreppen entscheidet die Rutschhemmung darüber, ob man sicher geht oder stürzt. Damit Planer, Bauherren und Betreiber den richtigen Belag wählen können, gibt es genormte Prüfverfahren. Dieser Beitrag erklärt sie im Überblick.


Je nach Einsatzbereich gibt es zwei Verfahren:

Die Prüfung auf der schiefen Ebene

Neue Bodenbeläge werden im Labor auf der sogenannten schiefen Ebene und bei SV Ing. Fluckinger geprüft. Eine Prüfperson geht mit festgelegtem Schuhwerk oder barfuß auf einer Probe des Belags vor und zurück. Die Probe wird dabei mit einem Gleitmittel benetzt, und ihre Neigung wird schrittweise erhöht.

Rutschschlitten

Gemessen wird der Winkel, bei dem die Prüfperson gerade zu rutschen beginnt. An diesem Punkt ist die Grenze des sicheren Gehens erreicht. Je größer dieser Winkel ist, desto rutschhemmender ist der Belag.

Im Zusammenhang mit Rutschhemmung ist ein Rutschschlitten ein Messgerät, mit dem man die Rutschfestigkeit eines Bodens direkt vor Ort prüft. Fachlich spricht man von einem Gleitreibungsmessgerät. Die schiefe Ebene funktioniert nur im Labor und nur für neue Beläge. Der Rutschschlitten wird dagegen auf bereits verlegten Böden eingesetzt.


Es gibt grobe Richtwerte, unter anderem aus der DGUV-Information 208-041:

So funktioniert ein Rutschschlitten

  • Unser kleines Gerät zieht einen Schlitten mit konstanter Geschwindigkeit über den Boden. Der Schlitten ist beschwert und hat genormte Gleiter also einen definierten Wiederstand.
  • Dabei misst das Gerät die Kraft, die nötig ist, um den Schlitten zu ziehen. Daraus ergibt sich der Gleitreibungskoeffizient μ.
  • Gemessen wird trocken oder nass, also mit Wasser oder einem Gleitmittel auf dem Boden.

Wer einen neuen Boden plant, sollte die nötige Bewertungsgruppe schon vor dem Kauf festlegen. So passt der Belag zum Einsatzbereich, und spätere Nachrüstungen werden vermieden. Bei bestehenden Böden lässt die Rutschhemmung durch Abnutzung und Reinigung mit der Zeit nach. Dann hilft eine Messung vor Ort, gefolgt von einer passenden Anti-Rutsch-Behandlung.

Sie sind unsicher, ob Ihr Boden die Anforderungen erfüllt? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gern.