was ein gerichtlich beeideter Sachverständiger leistet.

Wenn der Fußboden zur Gefahr wird

Die Interessenvertretung American Waterways Operators (AWO) hat im August 2025 den neuen Falls Overboard Prevention Report veröffentlicht. Darin geht es um die Frage, warum Seeleute über Bord gehen – und welche Rolle dabei Ausrutschen und Stolpern spielen. Besonders interessant für uns: Der Fußboden an Bord ist ein entscheidender Faktor.

Fußboden als Risiko

Der Report zeigt: Viele Unfälle beginnen ganz banal mit einem Schritt auf dem falschen Untergrund. Rutschige, nasse oder unebene Böden auf Deck können leicht zum Verhängnis werden. In der Analyse von 118 Unfällen stellte sich heraus:

  • 66 % der Vorfälle passieren in der Nacht, wenn schlechte Sicht die Gefahr auf glattem Fußboden erhöht.
  • 55 % der Betroffenen waren noch keine zwölf Monate im Dienst – ihnen fehlt die Erfahrung, den Boden „richtig zu lesen“.
  • 26 % der Unfälle hatten mit Ablenkung oder mangelndem Situationsbewusstsein zu tun – ein rutschiger Decksbelag fällt dann oft zu spät auf.

Langfristige Entwicklung

Seit Mitte der 1990er Jahre arbeiten die AWO und die US-Küstenwache an der Unfallprävention. Damals wurden in ersten Berichten Ursachen wie ungepflegte oder verschmutzte Böden benannt. Mit der Gründung des Quality Action Teams 2011 sank die Zahl der tödlichen Unfälle von durchschnittlich 9,5 (2004–2013) auf 5,4 (2014–2023). Ein klarer Beweis: Aufmerksamkeit für Details – und dazu gehört der Fußboden – rettet Leben.

Fazit für den Alltag

Ob auf hoher See oder in Ihrem Alltag: Der Fußboden ist nie nur ein Boden. Er kann Sicherheit geben oder zur Gefahr werden. Glatte Oberflächen, Wasser, Öl oder herumliegende Gegenstände erhöhen das Risiko von Stürzen dramatisch.

Der Report empfiehlt Schutzsysteme und Rettungswesten – doch die Basis bleibt ein sicherer Stand. Und der beginnt mit einem Fußboden, der gepflegt, sauber und rutschfest ist.